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Aus der Traum vom Segeln… und Willkommen in der Realität der Windjammer!
Eine kleine Erläuterung wie ein Windjammer funktioniert
Seemannsspruch:
Segel setzen kann jeder, aber die Kunst liegt darin, den Wind optimal zu nutzen indem man im richtigen Moment die richtigen Segel setzt oder refft.
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Die Mannschaft war willig, aber der Wind wollte nicht recht an diesem Tag. Florette bei Flaute, erkennbar an den hängenden Segeln.
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Geschwindigkeit war eine Frage
des Wetters
Bei der Rückkehr einer ihrer Reisen von Barcelona, machte Florette ihre schnellste Reise. Talaro (alter Eigner) erzählte, daß sie halb beladen war mit gemischter Fracht. Auf dem Weg nach Viareggio (Toscana) kam ein starker Nord-West Wind auf und sie erreichten ihr Ziel bereits nach ca. 36 Stunden. Daher müßte ihre Geschwindigkeit durchschnittlich ca. 13 -14 Knoten betragen haben. Die langsamste Reise jedoch war von Viareggio nach Palermo, non stop, 4,5 Monate (über einen Sommer). Daran kann man sehen, daß der Wind bestimmte, wann eine Ladung ankam (die beiden Strecken sind ca. gleich lang).

Ohne Wind ist Segeln nicht möglich
Jeder hat schon von Windstärke 6 gehört, diese wird von der Beaufort-Scala abgeleitet. Dort erfährt man, wie man einzelne Windstärken erkennt. Allgemein spricht man bei 3-4 Windstärken von optimalen Segelbedingungen, dann ist der Winddruck stark genug und der Seegang nicht zu hoch. Das Segeln ist unter diesen Bedingungen eine traumhafte Fortbewegung. Bei weniger Wind ist die Segelgeschwindigkeit verringert, und ohne Motorleistung kann man unter Umständen sein Tagesziel nicht erreichen. Ohne ausreichender Windstärke ist nicht genügend Verdrängung möglich, und damit keine Fortbewegung.
Beispiel:
Um einen Eindruck zu bekommen, wie schnell Florette unter Segel fährt, bei einem Raumschotkurs von 120° (Schwell und Strömung wurde nicht mirgerechnet), bei normalen Seegangsbedingungen bei folgenden Windstärken:
Beaufort-Skala:
1 =1Knoten
2 =2-3Knoten
3 =3-4Knoten
4 =4-5Knoten
5 =bis zu 7 Knoten
6 =bis zu 9 Knoten
Das Tagesziel
An oberer Liste kann man die mit Florette real erreichbaren Geschwindigkeiten und damit auch die zurücklegbaren Strecken erkennen (1 Knoten entspricht einer nautischen Seemeile pro Stunde=1,852 km). Windrichtung, Wellengang und Strömung beeinflussen diese Segelstrecke entscheident. Nach diesen Faktoren kann sich die Segelstrecke verkürzen, massiv verlängern oder das Tagesziel unter reiner Segelkraft zu erreichen unmöglich machen.

Die Hauptkursrichtungen
Es gibt drei Hauptkursrichtungen. Wenn der Zielort in der Richtung liegt aus der der Wind bläst, muß man möglichst hoch am Wind segeln (45° bis 55° aufkreuzen). Von Hochsegeln spricht man dann, wenn man in einem spitzen Winkel zur Windrichtung gegen den Wind segelt. Die größte Geschwindigkeit allerdings erreicht man bei räumlichen oder Raumkurs. Um mit einem Raumschotwind (90° bis 180°) zu segeln, müssen die Segel gefiert oder gelassen werden. In diesem Fall verläuft der Kurs mehr oder weniger senkrecht zur Windrichtung die dritte Möglichkeit ist die, genau vor dem Wind, also auf Vorwindkurs zu segeln. Kursänderungen, bei denen man den Bug durch den Wind dreht, nennt man Wenden und wenn man das Heck durch den Wind dreht nennt man das Manöver eine Halse.
Um bei gleichen Bedinungen doppelte Geschwindkeit zu erreichen, ist entweder die vierfache Segelfläche nötig, oder ein viermal so starker Wind.
Der Wind
Der Hilfsmotor eines Segelschiffes wird in PS gemessen,die eigentliche Antriebskraft sollte jedoch der Wind sein. Die Windstärkenskala des Engländers Francis Beaufort {seit 1805 international anerkannt} reicht von 0 (=Windstill) bis 12 (=Orkan). Später kamen zu den Beaufort`schen Windstärken noch fünf weitere hinzu, so daß die Skala nun bis 17 reicht. Die neu dazugekommenen Windstärken sind verschiedene Stadien von Wirbelstürmen. Bei Windstärke 17 bläst der Wind beispielsweise mit einer Geschwindigkeit von mehr als 56 m/sek. Die angenehmsten Segelwinde liegen zwischen 4 und 5 Windstärken. Alles, was sich unter 4 Windstärken abspielt, wird dem Anfänger wahrscheinlich genügen, für eine erfahrenen Mannschaft jedoch zu langweilig sein. Windstärken von 5 aufwärts können für den Anfänger ein wahrer Alptraum sein.
Starker Wind: Segel müssen gerefft bzw geborgen werden. Je nach Windstärke und Windrichtung werden Segel gesetzt. Die Traumvorstellung, einen Windjammer unter Vollzeug (alle Segel gesetzt) bei starkem Sturm in voller Fahrt zu erleben, gibt es nur auf Gemälden und ist seemänisch nicht möglich. Ein Windjammer hat eine extrem grosse Segelfläche um auch Fortbewegen bei Leichtwinden zu garantieren, da es zur damaligen Zeit noch keinen Maschinenantrieb an Bord gab.
Schwell: die größten Kopfschmerzen für einen Segler ist der Schwell Seegang, der nach einem Starkwind noch präsent ist. Bei wenig Wind schlagen die Segel durch das Schwanken des Schiffes und beanspruchen die Takelage sehr stark und können ein Segeln unmöglich machen. Das war der Hauptgrund warum in früheren Zeiten und auch heute noch Segel beschädigt oder zerrissen werden. Auch Masten und Spieren können dabei zu Bruch gehen.
Starkwind: Allgemein über Winstärke 6 wartet man den Sturm ab, für die Sicherheit des Schiffes und dem Wohlbefinden der Gäste. natürlich gibt es Ausnahmen. Bei auffrischendem Wind oder bei ablandigen Wind ein sehr tolles Segelerlebnis hat, da sich hier noch kein grosser Seegang gebildet hat.
Manöver
Bei jedem Manöver gibt es ein Kommando und eine Rückmeldung, ohne die ein Manöver garnicht durchgeführt werden kann.
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Achterlicher Wind ist ideal für Rahsegler. Ab Wind von 80° können die Rahsegel gesetzt werden. Wenn der Wind direkt von von vorne kommt, muß man kreuzen um von A nach B zu kommen. Dabei kann sich die Strecke um ein Vielfaches erhöhen, die man zurücklegen muß, um nach B zu kommen. Hier ein Beispiel:
Der direkte Weg von A nach B beträgt 10 Seemeilen. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten in 2 Stunden erreichbar (gelbe Linie Skizze unten).
Muß gekreuzt werden, verfünffacht sich die Strecke bei einem Kreuzungswinkel von 45° (rote Linie Skizze unten). Das macht eine Streckenlänge von 50 Seemeilen aus, und damit 10 Stunden Fahrt um nach B zu kommen.
Wir ein Kreuzungswinkel von 80° gesegelt, dann ist die zu bewältigende Strecke 7-8 mal so lang, wie der direkte Weg (blaue Linie Skizze unten). Es muß eine Strecke von 80 Seemeilen gekreuzt werden. Bei 5 Knoten Geschwindigkeit muß man 16 Stunden segeln um nach B zu kommen.
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Aufklären
Bei jedem Manöver, mag es noch so kurz gewesen sein, muß das Deck aufgeklart werden. Alle Leinen werden ordentlich aufgeschossen (aufgerollt), rechts herum(!!), an den Nagel gehängt und mit Kopfschlag gesichert. Auch sonst wird das Deck aufgeräumt.

Steuermannskunde - Navigation
Wer auf einem Binnenmeer oder einem Fluß segelt, wird bei Bestimmung von Standort und Kurs keine grösseren Schwierigkeiten haben, da er sich ständig auf irgendeiner Seite nach Landmarken richten kann. Wenn man sich nun aber mit einem Schiff aufs offene Meer hinausbegibt, wird der letzte Zipfel Festland schon bald aus unserem Blickfeld verschwinden, und wir sind auf Hilfsmittel angewiesen, die im Laufe der Geschichte der Schiffahrt entwickelt worden sind. Die Hilfsmittel der modernen Yachtnavigation sind: Kompass, Seekarte, Log, Lot, Winkelinstrumente und GPS.
Eine Kompassrose ist in 32 Striche eingeteilt, die wiederum in vier Quadranten zerfallen. Jeder Quadrant umfasst also 8 Striche (90°), ein Strich ist demnach 11.5°.Da eine Unterteilung in ganze Striche noch nicht genügt werden die Strich noch weiter in halbe, viertel und achtel Striche unterteilt.
- Norden entspricht demnach 0° oder 360°.
- Süden entspricht demnach 180°
- Osten entspricht demnach 90°
- Westen entspricht demnach 270°
Ausguck
Dem Ausguck kommt (besonders Nachts) eine wichtige Aufgabe zu. Er hat auf Folgendes zu achten und zu melden:
• Tonnen
• Fischereizeichen
• Treibgut
• Lichter (besonders neu auftauchende Leuchtfeuer u. Leuchttonnen)
(aus dem Abstand zum Feuer beim ersten Auftauchen kann der Steuermann wichtige Informationen für den Standort und die Wetterverhältnisse gewinnen)
• Schiffe
• Nebel
Außerdem achtet er auf die eigenen Positionslichter: grün an Stb, rot an Bb, weißes Toplicht (wenn Schiff mit Motor läuft) oder rot-über-grünes Toplicht (Schiff unter Segel). Von achtern kann die Funktion dieser Lichter meistens nicht überwacht werden.
Die Positionslichter beleuchten einen Bereich, der von rechts voraus (0 Grad) bis jeweils 112,5 Grad nach beiden Seiten scheint. Dabei ist das Licht an Steuerbord grün, an Backbord rot.
Das Hecklicht ist weiß und beleuchtet den zwischen den Positionslichtern verbleibenden Sektor von 135 Grad. Es ist nur von achterlichen Fahrzeugen aus zu erkennen.
Das Toplicht, ebenfalls weiß, ist über den gesamten von den Positionslichtern beschienenen Sektor von 225 Grad sichtbar. Es wird nur gesetzt, wenn die Maschine läuft
Die Segellaterne, rot über grün, ist eine Rundumlaterne, die einen Sektor von 360 Grad bescheint, und - wie der Name schon sagt, nur gesetzt wird, wenn gesegelt wird.
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Windstärke 0
0 - 1 km/h
Windstille Spiegelglatte See
Windstärke 1
1 - 5 km/h
leiser Zug Kleine schuppenförmige Kräuselwellen ohne Schaumkronen
Windstärke 2
6 - 11 km/h
leichte Brise Ausgeprägtere kurze Wellen, Schaumköpfe glasig, Kämme brechen noch nicht
Windstärke 3
12 - 19 km/h
schwache Brise Kämme beginnen überzukippen, ganz vereinzelte kleine Schaumkronen
Windstärke 4
20 - 28 km/h
mäßige Brise Wellen werden länger, ziemlich verbreitet Schaumkronen
Windstärke 5
29 - 38 km/h
frische Brise Wellen ausgeprägter und länger, überall Schaumkämme
Windstärke 6
39 - 49 km/h
starker Wind Kämme brechen, größere Schaumflächen, etwas Gischt
Windstärke 7
50 - 61 km/h
steifer Wind Schaum beginnt, sich in Streifen in Windrichtung zu legen
Windstärke 8
62 - 74 km/h
stürmischer Wind gut ausgeprägte Schaumstreifen, von den Kämmen beginnt Gischt abzuwehen
Windstärke 9
75 - 88 km/h Sturm hohe Wellenberge, dichte Schaumstreifen, "Rollen" der See beginnt, viel Gischt
Windstärke 10
89 - 102 km/h
schwerer Sturm See weiß durch Schaum, schweres Rollen der See, Gischt trübt Sicht
Windstärke 11
103 - 117 km/h
orkanartiger Sturm Wellenkämme zu Gischt zerblasen
Windstärke 12
> 118 km/h
Orkan See weiß, keine Fernsicht mehr
Quelle: "Wetterführer" von Heinrich Prügel
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